"Seelenhandbuch" ist für Leute geschrieben, die wissen wollen, was psychische Störungen sind, für Leute, die selbst seelische Probleme haben, sie aus ihrer Familie oder Nachbarschaft kennen oder von Amts wegen damit zu tun haben. Dieses Buch soll ihnen helfen, mit den Kranken und ihren Schwierigkeiten umzugehen. Was hier dargestellt wird, ist das Leiden einzelner und die Schwierigkeiten derjenigen, die davon betroffen waren. Es ist damit ein einseitiges Buch, denn von der gesellschaftlichen Dimension des Problems psychischer Krankheiten ist hier nur indirekt die Rede. Eine etwaige Arzt/Patient-Beziehung sollen diese Informationen keinesfalls ersetzen, sondern sind lediglich als etwaige Unterstützung dafür gedacht.
"Seelenhandbuch" will aber mehr sein als nur ein individueller Ratgeber. Die seelischen Probleme anderer kann nur verstehen, wer seine eigenen versteht. Wenn eine Gesellschaft ihre psychisch Kranken aussondert, wenn sie versucht, sich von ihnen zu distanzieren, hat das auch etwas mit den Ängsten der «Gesunden» zu tun, die glauben, ihre Gesundheit nur dann bewahren zu können, wenn sie sich von den Kranken distanzieren.
Wenn es diesem Text gelingt, deutlich zu machen, was es mit unserer Seele und ihren Verrücktheiten, ihren Sprüngen und Rissen auf sich hat, wenn wir lernen, ohne Angst vor unserer eigenen Angst damit umzugehen, dann wäre dies ein erster Schritt dazu, dass wir selbst gesünder und reifer sein können.
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. med. Frank Matakas