Psychische Erkrankungen und was man dagegen tun kann. Ein Handbuch.

Tranquilizer

Beruhigungsmittel

Benzodiazepine. Damit ist eine Gruppe von Medikamenten bezeichnet, die alle eine sehr ähnliche Wirkung haben. Das bekannteste von ihnen ist Valium. Ihre Wirkung ist:
Beruhigung,
Reduktion von Angst,
Muskelentspannung.
Sie eignen sich auch gut als Schlafmittel.

Die Nebenwirkungen sind sehr gering. Es sind also  harmlose Medikamente – wenn sie nicht schnell zur Gewöhnung führen würden. Für Menschen mit entsprechender süchtiger Neigung  sind ein ziemlich bösartiges Suchtmittel.

Man muss aber Gewöhnung und Sucht voneinander unterscheiden. Gewöhnung bedeutet, dass die Wirkung nach wenigen Tagen nachlässt und dass beim schnellen Absetzen die Symptome, die anfangs unterdrückt werden sollen, nun für kurze Zeit wieder neu auftraten. Gegen die Gewöhnung ist kein Mensch gefeit. Sucht aber bedeutet, dass die Dosis schnell gesteigert wird und dass der Süchtige meint, ohne das Medikament nicht mehr auskommen zu können. Da aber die Sucht etwas ist, was vorher, oft von Jugend auf, besteht, kann man nicht durch ein Medikament oder eine Droge süchtig gemacht werden. Man hat entweder schon vorher eine süchtige Charakterstruktur, oder man ist auch nach dem Gebrauch von Medikamenten oder Drogen nicht süchtig. Dabei ist die Sucht auch wieder etwas sehr spezifisches. Nur bedingt lassen sich Alkohol, Drogen und Medikamente austauschen.

Die Wirkung der verschiedenen Benzodiazepine unterscheidet sich im wesentlichen nur dadurch, dass die einen langfristig wirken, z. B. Valium über fast 24 Stunden, die anderen, z. B. Rohypnol, nur über kurze Zeit.

Präparate:

Adumbran,
Alprazolam,
Bromazepam,
Diazepam = Valium,
Lexotanil,
Lorazepam = Tavor,
Oxazepam,
Tranxilium,
und andere.

Manche Benzodiazepine werden als spezielle Schlafmittel verkauft, obwohl sie kein unterschiedliches Wirkungsspektrum haben, wie z. B. Nitrazepam.

Bei der Narkose sind die Benzodiazepine unverzichtbar. Der Patient ist beruhigt oder schläft tief bei entsprechender Dosierung.


Daneben gibt es Beruhigungsmittel, die chemisch eine andere Natur haben, wie
Distraneurin, das beim Alkoholentzug oft benutzt wird,
Zopiclon = Ximovan = Optidorm u.a.,  ein Schlafmittel.

 

Letztmals aktualisiert: 2010-06-08 11:10:17
 
Diese Webseite basiert auf dem Buch "Sprünge in der Seele" von Frank Matakas. Das Buch ist erstmals im Rowohlt Verlag erschienen und steht in überarbeiteten Auszügen hier kostenlos zur Verfügung.
 
Familienstürme: Was ist eigentlich »normal«? Eine Annäherung an die tieferen Ursachen psychotischer Zustände. Ein erfolgreicher Mann, eine treu sorgende Frau, zwei Töchter – Familie Rein ist eigentlich völlig normal. Und doch führen die Abhängigkeiten untereinander, Berge von uneingestandenen Wünschen und nicht gelebten Gefühlen scheinbar zwangsläufig ins Elend: Barbara, die älteste Tochter, arrangiert ihre (über-)Lebensstrategien in diesem Umfeld von Anfang an so, dass sie auffällig wird. Als junge Frau wird sie schwer psychotisch. Frank Matakas beschreibt an diesem fiktiven Fall – gewissermaßen der Quersumme vieler seiner Fälle als Psychiater und Psychoanalytiker –, wie sich psychische Auffälligkeiten auf der persönlichen, der familiären und der gesellschaftlichen Ebene erklären lassen könnten. Romanhaft zu lesen, packen die Schilderungen den Leser mehr als alle Fiktion: Immer wieder muss er erkennen, wie es auch um ihn selbst und das eigene Umfeld bestellt ist. Vor allem aber erweckt das Buch in ihm ein tieferes Verständnis für die Individualität und innere Ordnung anderer, erscheint sie nun krankhaft oder „normal“.

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Eine weitere Arbeit mit dem Schwerpunkt Psychose hat der Autor im Internet veröffentlicht.