Wie wirken die Neuroleptika?
Die Neuroleptika
sind Medikamente, die dämpfend auf die Gefühle
wirken. Die Pat fühlen sich generell etwas
gleichgültiger. Manche sagen „wie in Watte
gepackt“ oder „wie hinter Glas“. Diese
Wirkung ist gewollt und der Grund für den positiven
Einfluss, den die Neuroleptika auf viele psychische
Störungen haben. Man kann sagen, dass immer dann, wenn
die psychische Störung durch einen Konflikt
angetriggert oder unterhalten wird, der heftige
gefühlsmäßige Reaktionen hervor ruft, die
Neuroleptika helfen. Unter der Medikation mit Neuroleptika
geht der Konflikt den Menschen nicht so unter die Haut.
Die Indikation für die Medikation mit
Neuroleptika:
Das eigentliche Feld, auf dem sie wirken
und wofür eine Indikation besteht (so drücken sich
die Ärzte aus) sind die Psychosen. Bei den
Zuständen, die mit Halluzinationen und/oder
Wahngedanken und heftigen Gefühlen einhergehen, wirken
sie in der Regel prompt und wirksam. Durch welche Krankheit
diese Symptome verursacht wurden, ist dabei nicht bedeutsam.
Die Symptome Wahn und Halluzination gehen schnell
zurück, und zwar im Prinzip bei einer schizophrenen
Psychose ebenso wie bei einer Depression mit psychotischen
Symptomen oder bei Alterskrankheiten. Psychotische
Zustände, die wenig mit Gefühlen verbunden sind,
sprechen nicht gut auf Neuroleptika an. Ein Beispiel
hierfür sind paranoide Zustände, die sich langsam
entwickeln. Z. B. Menschen, die allmählich den
Wahn entwickeln, dass sie verfolgt werden, das aber auf eine
merkwürdige Weise für das normalste der Welt
halten. Sie versuchen sich auf alle mögliche Weise vor
der Verfolgung zu schützen, aber sie regen sich
über den vermeintlichen Sachverhalt nicht auf. In
solchen Fällen helfen die Neuroleptika kaum oder gar
nicht.
Einteilung der Neuroleptika:
Man nennt die
älteren Präparate auch „Typica“, die
neueren „Atypica“. Die älteren Neuroleptika
wirken sehr stark hemmend auf die Gefühle, sie
unterdrücken Wahn und Halluzinationen, sie
befördern den Schlaf. Ihre Nebenwirkungen sind z. T.
sehr unangenehm, wenn sie zu hoch dosiert werden. Beispiele
hierfür sind:
Decentan,
Fluanxol,
Haloperidol,
Lyogen,
Risperdal.
Bei diese Gruppe sind die möglichen Nebenwirkungen Muskelkrämpfe, besonders an den Augen und an der Zunge, nach längerer Einnahme Speichelfluss, Bewegungsstarre, Störungen des Scharfsehens. All diese Nebenwirkungen lassen sich vermeiden, wenn die Präparate angemessen, das heißt nicht zu hoch dosiert werden.
Eine weitere Gruppe ist:
Atosil,
Melleril,
Truxal.
Bei dieser Gruppe stehen Müdigkeit und
Trägheit, die aber bei richtiger Dosierung nach wenigen
Tagen verschwinden, als Nebenwirkung im
Vordergrund.
Die neueren Neuroleptika, also die
„Atypica“ sind
Abilify
Leponex,
Zeldox,
Zyprexa,
Seroquel.
Diese Neuroleptika werden in der Regel von den Patienten besser vertragen. Aber viele von ihnen führen zu unwiderstehlichem Appetit und die Patienten nehmen erheblich an Gewicht zu. Weil Übergewicht aber ein großes gesundheitliches Risiko darstellt, Zuckerkrankheit, Herzkrankheit, Bluthochdruck, Gelenkverschleiß werden begünstigt, ist diese Nebenwirkung von erheblicher Bedeutung.
Bei den Psychiatern ist eine andere Einteilung
gebräuchlich, nämlich die in niederpotent,
mittelpotent und hochpotent. Die niederpotenten Neuroleptika
haben eher eine beruhigende Wirkung ähnlich wie die
Tranquilizer. Dazu gehören
Atosil,
Chlorprothixen = Truxal,
Melleril.
Bei den mittelpotenten Neuroleptika ist die beruhigende
Wirkung mäßig ausgeprägt. Dafür ist die
Wirkung auf psychotische Symptome stärker. Dazu
gehören:
Leponex,
Zyprexa.
Bei den hochpotenten Neuroleptika ist die Wirkung auf
psychotische Symptome sehr stark. Sie führen aber in
mittlerer Dosierung zu Bewegungsstörungen, wie oben
beschrieben. Die bilden sich zwar, wenn die Einnahme in
Grenzen bleibt, zurück, werden aber als sehr
lästig empfunden. Diese Bewegungsstörungen sind:
Muskelkrämpfe, Starrheit des Körpers,
Speichelfluss u. a. Zu dieser Gruppe gehören
Haloperidol,
Risperdal,
Decentan.