Psychische Erkrankungen und was man dagegen tun kann. Ein Handbuch.

Konfliktberatung

Beratungsstellen
Wenn ein Ehepaar sexuelle Probleme hat, wenn eine Frau ungewollt schwanger wird, wenn man Erziehungsprobleme hat oder Schwierigkeiten mit einem psychisch kranken Familienmitglied, ist in vielen Fällen der Rat eines Fachmannes sinnvoll. Wer aber ist Fachmann? In Frage kommen Beratungsstelle, Psychotherapeut, Arzt oder der Pfarrer. Pfarrer und Arzt sind meist festgelegt auf den religiösen bzw. gesundheitlichen Bereich. Psychotherapeuten helfen, eigene Lösungen zu finden. Will man einen konkreten Rat haben, sind spezielle Beratungsstellen sinnvoll.

 Es gibt Beratungsstellen für:

Ehe-, Familien-, Lebensprobleme. Es spielt keine Rolle, wodurch das Problem ausgelöst wurde. Vielleicht macht ein Kind große Sorgen, die Ehe will nicht klappen, oder jemand in der Familie hat Schwierigkeiten mit dem Alkohol.
Probleme der Familienplanung, Schwangerschaft und Sexualität. Diese Art Beratungsstelle ist spezialisiert auf Familienplanung, unerfüllten Kinderwunsch, Empfängnisverhütung, Schwangerschaftsabbrüche, sexuelle Probleme usw.
Psychosoziale Probleme. Das sind Beratungsstellen für Personen, die psychisch krank sind, die mit dem Leben nicht mehr zurechtkommen, die für sich eine richtige psychologische Behandlung suchen oder einen psychisch Kranken in der Familie haben.
Erziehungsprobleme oder Schulschwierigkeiten bei Kindern und Jugendlichen.
Probleme der Alten.
Probleme der Drogen – oder Alkoholabhängigkeit.

Viele Beratungsstellen geben nicht nur einen einmaligen Rat, sondern geben dem Ratsuchenden Gelegenheit, längere Zeit regelmäßig zu kommen. Es findet unter Umständen auch eine kürzere oder längere psychotherapeutische Behandlung statt, sofern es der Ratsuchende will und Behandlung erforderlich ist. In anderen Fällen vermitteln die Beratungsstellen Kontakte zu Gruppen, in denen ähnliche Probleme bearbeitet werden, oder zu Psychotherapeuten. Die Beratungsstellen arbeiten fast immer kostenlos.

Die Adresse der Beratungsstelle bekommt man am besten über die Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Adresse: http://www.bzga.de, „Service“ „Beratungsstellen“).

Die Beratungsstellen werden von unterschiedlichen Trägern unterhalten. Der Träger hat natürlich einen Einfluss auf die Beratung. Wenn eine schwangere Frau Ängste hat, das Kind auszutragen, wird sie bei einer Beratungsstelle der katholischen Kirche sicher einen anderen Rat bekommen als bei der Beratungsstelle der Arbeiterwohlfahrt. Es ist ferner wichtig, welche Ausbildung die in der Beratungsstelle tätigen Fachleute haben. Sie sollten Sozialarbeiter und Psychologen sein. Bei Beratungsstellen, die sich mit Sexual- und Schwangerschaftsproblemen befassen, sollte auch ein Arzt tätig sein.

Träger von Beratungsstellen:

Arbeiterwohlfahrt: Sie ist weltanschaulich nicht gebunden.
Deutscher paritätischer Wohlfahrtsverband: Neutrale Organisation. Dachverband sehr vieler kleiner gemeinnütziger Organisationen.
Deutsches Rotes Kreuz: Ist auf dem Gebiet der Beratungstätigkeit nur in geringem Umfang tätig.
Diakonisches Werk: Evangelische Einrichtung. Ferner: Evangelische Konferenz für Familien- und Lebensberatung.
Deutscher Caritasverband: Katholische Einrichtung. Ferner: Sozialdienst katholischer Frauen, Sozialdienst katholischer Männer, katholische Bundesarbeitsgemeinschaft für Beratung.
Pro Familia: Deutsche Gesellschaft für Familienplanung und Sexualberatung. Setzt sich für wertungsfreie Familien- und Sexualberatung ein.
Kommunale Beratungsstellen: Einrichtungen der Städte, der Kreise usw.

Letztmals aktualisiert: 2010-06-08 11:04:44
 
Diese Webseite basiert auf dem Buch "Sprünge in der Seele" von Frank Matakas. Das Buch ist erstmals im Rowohlt Verlag erschienen und steht in überarbeiteten Auszügen hier kostenlos zur Verfügung.
 
Familienstürme: Was ist eigentlich »normal«? Eine Annäherung an die tieferen Ursachen psychotischer Zustände. Ein erfolgreicher Mann, eine treu sorgende Frau, zwei Töchter – Familie Rein ist eigentlich völlig normal. Und doch führen die Abhängigkeiten untereinander, Berge von uneingestandenen Wünschen und nicht gelebten Gefühlen scheinbar zwangsläufig ins Elend: Barbara, die älteste Tochter, arrangiert ihre (über-)Lebensstrategien in diesem Umfeld von Anfang an so, dass sie auffällig wird. Als junge Frau wird sie schwer psychotisch. Frank Matakas beschreibt an diesem fiktiven Fall – gewissermaßen der Quersumme vieler seiner Fälle als Psychiater und Psychoanalytiker –, wie sich psychische Auffälligkeiten auf der persönlichen, der familiären und der gesellschaftlichen Ebene erklären lassen könnten. Romanhaft zu lesen, packen die Schilderungen den Leser mehr als alle Fiktion: Immer wieder muss er erkennen, wie es auch um ihn selbst und das eigene Umfeld bestellt ist. Vor allem aber erweckt das Buch in ihm ein tieferes Verständnis für die Individualität und innere Ordnung anderer, erscheint sie nun krankhaft oder „normal“.

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Eine weitere Arbeit mit dem Schwerpunkt Psychose hat der Autor im Internet veröffentlicht.