Psychische Erkrankungen und was man dagegen tun kann. Ein Handbuch.

Rehabilitation

Unter Rehabilitation versteht man das Wiedererlernen verlorengegangener Fähigkeiten. Patienten, die eine schwere Psychose durchgemacht haben, haben oft Schwierigkeiten, die nötige Ausdauer für die Arbeit aufzubringen. Das Training dieser Fähigkeiten ist Rehabilitation. Rehabilitation ist erst möglich, wenn die Krankheit überwunden oder zum Stillstand gekommen ist. Sie macht aus dem Kranken wieder eine Persönlichkeit, die selbständig leben kann. Sie hat also hohen Wert; denn was nützt es, wenn jemand gesund ist, aber nicht die Fähigkeit hat, ein selbständiges Leben zu führen?

Man unterscheidet medizinische, soziale und berufliche Rehabilitation. Unter medizinischer Rehabilitation versteht man ein Training körperlicher Fähigkeiten, also zum Beispiel das Training nach einem Schlaganfall, Herzinfarkt oder ähnlichem. Die medizinische Rehabilitation wird von den Krankenkassen bezahlt. Für psychisch Kranke kommt oft eine soziale Rehabilitation in Betracht. Man versteht darunter das Training sozialer Fähigkeiten. Sie wird meist vom Sozialamt oder der Rentenversicherung bezahlt. Berufliche Rehabilitation, wozu auch die Umschulung gehört, wird vom Arbeitsamt bezahlt.

Für die Rehabilitation gibt es Spezialeinrichtungen, zum Beispiel das Berufsförderungswerk. Viele psychiatrische Krankenhäuser besitzen kleine Rehabilitationseinrichtungen. Die Rehabilitation von psychisch Kranken ist eine Maßnahme, die meist nicht von den Krankenkassen, sondern von den Rentenversicherungen bezahlt wird. Es gibt hierzu aber sehr komplizierte und unterschiedliche Bestimmungen, die in jedem Einzelfall geprüft werden müssen.

Letztmals aktualisiert: 2010-06-08 11:07:19
 
Diese Webseite basiert auf dem Buch "Sprünge in der Seele" von Frank Matakas. Das Buch ist erstmals im Rowohlt Verlag erschienen und steht in überarbeiteten Auszügen hier kostenlos zur Verfügung.
 
Familienstürme: Was ist eigentlich »normal«? Eine Annäherung an die tieferen Ursachen psychotischer Zustände. Ein erfolgreicher Mann, eine treu sorgende Frau, zwei Töchter – Familie Rein ist eigentlich völlig normal. Und doch führen die Abhängigkeiten untereinander, Berge von uneingestandenen Wünschen und nicht gelebten Gefühlen scheinbar zwangsläufig ins Elend: Barbara, die älteste Tochter, arrangiert ihre (über-)Lebensstrategien in diesem Umfeld von Anfang an so, dass sie auffällig wird. Als junge Frau wird sie schwer psychotisch. Frank Matakas beschreibt an diesem fiktiven Fall – gewissermaßen der Quersumme vieler seiner Fälle als Psychiater und Psychoanalytiker –, wie sich psychische Auffälligkeiten auf der persönlichen, der familiären und der gesellschaftlichen Ebene erklären lassen könnten. Romanhaft zu lesen, packen die Schilderungen den Leser mehr als alle Fiktion: Immer wieder muss er erkennen, wie es auch um ihn selbst und das eigene Umfeld bestellt ist. Vor allem aber erweckt das Buch in ihm ein tieferes Verständnis für die Individualität und innere Ordnung anderer, erscheint sie nun krankhaft oder „normal“.

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Eine weitere Arbeit mit dem Schwerpunkt Psychose hat der Autor im Internet veröffentlicht.