Psychische Erkrankungen und was man dagegen tun kann. Ein Handbuch.

Wer bezahlt die Behandlung?

Ambulante Behandlung bei einem Arzt zahlt die Krankenkasse. Psychotherapeutische Behandlung kann ein Arzt ohne besondere Vorkehrungen nur sechs Stunden für einen Patienten durchführen. Ist eine längere Behandlung notwendig, muss er zuerst einen Antrag bei der Krankenkasse stellen, dem ein Gutachten beizufügen ist. Meist wird der Antrag bewilligt. Das gilt auch für die psychotherapeutische Behandlung bei einem Psychologen. Eine Stunde kostet zwischen 80und 100 Euro.

Die Behandlung im Krankenhaus oder in einer Tagesklinik zahlt die Krankenkasse. Bei Alkoholikern zahlen die Krankenkassen nur die ersten vierzehn Tage der Behandlung, also die Entgiftung; dann muss der Patient entlassen werden. Falls erforderlich, kann er jedoch wieder aufgenommen werden für weitere vierzehn Tage. Die nachfolgende Entwöhnungsbehandlung, die Kur, zahlen die Träger der Rentenversicherung. Jedoch ist dafür ein etwas umständliches Antragsverfahren notwendig.
 
Psychosozialer Dienst, Beratung durch Ämter und Beratungsstellen sowie Tagesstätten und Patientenclubs sind in der Regel kostenlos.

Letztmals aktualisiert: 2010-06-08 11:07:32
 
Diese Webseite basiert auf dem Buch "Sprünge in der Seele" von Frank Matakas. Das Buch ist erstmals im Rowohlt Verlag erschienen und steht in überarbeiteten Auszügen hier kostenlos zur Verfügung.
 
Familienstürme: Was ist eigentlich »normal«? Eine Annäherung an die tieferen Ursachen psychotischer Zustände. Ein erfolgreicher Mann, eine treu sorgende Frau, zwei Töchter – Familie Rein ist eigentlich völlig normal. Und doch führen die Abhängigkeiten untereinander, Berge von uneingestandenen Wünschen und nicht gelebten Gefühlen scheinbar zwangsläufig ins Elend: Barbara, die älteste Tochter, arrangiert ihre (über-)Lebensstrategien in diesem Umfeld von Anfang an so, dass sie auffällig wird. Als junge Frau wird sie schwer psychotisch. Frank Matakas beschreibt an diesem fiktiven Fall – gewissermaßen der Quersumme vieler seiner Fälle als Psychiater und Psychoanalytiker –, wie sich psychische Auffälligkeiten auf der persönlichen, der familiären und der gesellschaftlichen Ebene erklären lassen könnten. Romanhaft zu lesen, packen die Schilderungen den Leser mehr als alle Fiktion: Immer wieder muss er erkennen, wie es auch um ihn selbst und das eigene Umfeld bestellt ist. Vor allem aber erweckt das Buch in ihm ein tieferes Verständnis für die Individualität und innere Ordnung anderer, erscheint sie nun krankhaft oder „normal“.

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Eine weitere Arbeit mit dem Schwerpunkt Psychose hat der Autor im Internet veröffentlicht.